Ausgewandert nach Südafrika (9. Folge) – Hürden als Ausländerin ein Bankkonto in Südafrika zu eröffnen

Hürden als Ausländerin ein Bankkonto in Südafrika zu eröffnen und zu nutzen

Nach dem aufreibenden Hürdenlauf, die Dokumente zur Registrierung für mich als Autofahrerin in Südafrika und den Kauf eines Autos zu beschaffen war ich überzeugt, das Ärgste überwunden zu haben. Ich irrte mich!

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Ich hatte ein Bankkonto bei der First National Bank (FNB) in Südafrika eröffnet. Ausländer können zwar ein Bankkonto in Südafrika eröffnen, die Einkünfte dürfen jedoch ausschliesslich aus dem Ausland eingehen, solange keine definitive Aufenthaltsbewilligung vorliegt. Diese kann jedoch mehrere Jahre dauern. Ich war immer noch mit meinem Touristenvisum unterwegs. Mein Geld stammte von der Rückzahlung der Kaution aus dem geplatzten Leasingvertrag der Acacia Tree Lodge in Südafrika (siehe 5. Folge – Das hässliche Gesicht).

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Ich hatte die Kaution ursprünglich von meinem Schweizer Bankkonto überwiesen, somit sollte dies kein Problem darstellen. Das dachte ich zumindest! Ich fand sämtliche Belege und übermittelte sie der Bank. Anschliessend installierte ich das Online – Banking, um die Zahlungen für meinen reservierten Land Rover und den Wohnwagen vorzunehmen. Ungeduldig wartete ich anschliessend auf die Freigabe meines Geldes, doch nichts geschah. Mehrmals rief ich zuerst auf der Regionalstelle der Bank und anschliessend bei der Zentrale in Johannesburg an, um frei über mein Guthaben verfügen zu können. Endlich! Nach 48 Stunden konnte ich die Zahlung erfassen und überweisen. Sofort sandte ich die Zahlungsbestätigung an den Auto- und den Wohnwagenhändler.

Am nächsten Tag rief mich der Autohändler an: „Wir haben ihre Zahlung nicht erhalten. Das Auto können wir ausschliesslich freigeben, wenn das Geld auf unserem Konto erscheint. Es tut mir leid.“ Ich war verwirrt. Ich hatte doch eine Bestätigung über die Zahlungsausführung von meiner Südafrikanischen Bank erhalten! Frustriert rief ich die FNB an. „Ich kann Ihnen leider nicht weiterhelfen. Sie müssen sich vor Ort bei der Geschäftsstelle der Bank erkundigen,“ teilte mir die Helpline mit. Hört dieser bürokratische Hürdenlauf denn nie auf? dachte ich müde.

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Wieder musste ich nach Port Elizabeth fahren und natürlich war eine lange Warteschlange vor dem Bankschalter. Ich wandte mich hilfesuchend an einen Bankangestellten, der gerade aus einem Büro kam. „Bitte, können Sie mir helfen?“ Ich erklärte ihm mein Problem. „Setzen Sie sich dort an unseren Online-Terminal und loggen Sie sich in Ihr Konto ein, um den Betrag zu überweisen,“ sagte er wenig hilfsbereit, ohne das Problem richtig zu erfassen. „Das hilft mir nicht, da ich dies bereits von zu Hause versucht habe. Das System funktioniert nicht!“ insistierte ich. Ungläubig blieb er neben mir stehen, sodass ich ihm meine Behauptung beweisen konnte. Erst nachdem er selbst sah, dass hier ein grundlegendes Problem vorlag, erklärte er sich bereit, sich selbst darum zu kümmern. Ich folgte ihm in sein Büro. Ungläubig schaute er auf seinen Bildschirm. Noch nie war er einem Problem wie diesem begegnet. Ein Programmierungsfehler im Hintergrund war die Ursache. Die Angelegenheit konnte glücklicherweise rasch behoben werden und der Mitarbeiter nahm die Zahlungen für das Auto und den Wohnwagen sofort vor. Es war Samstag und so konnte ich beruhigt erwarten, das Auto am Montag und den Wohnwagen am Dienstag abholen zu können.

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Doch am Montag rief mich der Autohändler wiederum an und teilte mir mit, ich könne das Auto leider nicht abholen. Die Zahlung sei leider immer noch nicht eingegangen. Ich werde noch verrückt! dachte ich zerknirscht. Kurz darauf erhielt ich eine Mitteilung der Abteilung für Ausländerkonten der FNB, ich solle dringend zurückrufen. Mir wurde eröffnet, dass ich weitere Belege nachreichen müsse, um zu belegen, woher das Geld komme. Ich kann es nicht fassen. Es nützt nichts – ich kann mich noch so aufregen! Ich muss hier durch. Ich sandte der Abteilung für Fremdwährungen der FNB alle Verträge und Vereinbarungen, die ich für das Leasing der Acacia Tree Lodge unterschrieben hatte, die Rücktrittsvereinbarung vom Leasing und sämtliche Korrespondenz meines Anwalts mit den Detailangaben zum Betrag, den Konten und den damit verbundenen Beträgen. Anschliessend sandte ich alles an sämtliche Personen der Bank, mit denen ich gesprochen hatte.

Endlich! Am Nachmittag desselben Tages wurde mein Geld freigegeben. Genug der zu überwindenden Hürden und Bürokratie für eine Weile! Ich konnte mein Auto und mein neues Haus auf Rädern abholen. Das Abenteuer südliches Afrika mit Wohnwagen und Hund konnte beginnen!

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Author: Marcelle Simone Heller

I'm searching for natural beauty and wilderness, while I'm travelling relentlessly to find delightful places and encounters with wildlife. I try to capture the thrill of the moments in photography and words, hoping to inspire others with the love for animals and nature.

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