Namibia – Sanddünen und Schwarzwälder Torte

Sanddünen und Schwarzwälder Torte in Swakopmund. Dünenlandschaften und unendlicher Strand. Eine Oase der Kühle in einem Land, wo sonst die Hitze einen schwitzen lässt.

Endlos zieht sich die Strasse gegen Südwesten, geradeaus über hunderte von Kilometern bis sanfte Hügel die herannahende Hauptstadt von Namibia, Windhoek, ankündigen. Der Himmel erstreckt sich stahlblau über die staubtrockene Steppe. Keine Menschenseele war während der letzten Stunden zu sehen. Müde von der monotonen Autofahrt erreichen wir Andys Place. Der Campingplatz ist ein Unikum. Verrostete Chassis von Fahrzeugen und landwirtschaftlichen Geräten sind kunstvoll hergerichtet und dienen als Verzierung zwischen den Gebäuden. Eine Kühlerhaube schmückt eine Fontaine, die in hohem Bogen einen Wasserstrahl in das Schwimmbad spritzt. Das Internet-Kaffee ist unter freiem Himmel und besteht aus rustikal hergerichteten Baumstrünken, die als Sessel und Tisch dienen. Wir lassen uns abends verwöhnen und geniessen ein üppiges Buffet mit diversen lokalen Spezialitäten und Namibischem Bier.

Frisch gestärkt brechen wir morgens auf. Schon früh brennt die Sonne unbarmherzig auf die karge Landschaft. Mein Land Rover zieht den Wohnwagen mühelos über die Ebene und frisst Kilometer um Kilometer ohne heiss zu werden. Nur selten legen wir eine Rast ein, um die Beine zu vertreten. Kaum öffne ich die Autotür, schlägt mir heisse Luft wie aus einem Backofen entgegen. Heute wollen wir es zur Küste schaffen. Nördlich von Windhoek in Okahandja drehen wir nach Westen in Richtung Swakopmund ab. Es ist noch weit. Trotzdem fühle ich mich grossartig im Wissen, dass wir uns mit jeder Minute dem kühlenden Meer nähern.

Wir fahren dem Sonnenuntergang entgegen. Die tiefrote Scheibe setzt sich langsam hinter im Schatten liegende Dünen zur Ruhe, um einer glasklaren Nacht Platz zu machen. Milliarden von Sternen wachen über der stillen Landschaft, während der Sand abkühlt. Mühelos finden wir den Campingplatz im überschaubar kleinen Swakopmund. Der Platz ist nichts Aussergewöhnliches. Nur das Nötigste wird geboten. Doch für eine Nacht ist es in Ordnung. Es ist schon Dunkel, weshalb eine Suche nach einem anderen Campingplatz keinen Sinn macht. Erst am nächsten Morgen sehe ich, dass eine Tafel am Eingang ein Hundeverbot signalisiert und eine Busse von 3000 Namibischen Dollars androht. Vlou war während der Nacht frei herumspaziert und begrüsste das Militär, welches in mehreren Zelten am unteren Ende des Campings situiert war. Gut, dass niemand sich über ihn beschwerte.

Am Morgen brechen wir zu einem schöneren Campingplatz auf, der etwas zurückversetzt von der Küste in den Dünen liegt. Die Anlage besteht aus mehreren gelben Häuschen, die üppig mit Pflanzen verziert sind. Wohl gepflegte Blumenbete am Wegrand lassen vermuten, dass hier Deutsche wohnen. Im hinteren Teil der Anlage sind mehrere geräumige Wohnwagenstellplätze gelegen. Ein guter Ort für Tagesausflüge in die nähere Umgebung von Swakopmund.

Schwarzwälder Torte, Zopf, Schokolade, schwarzes Brot – wunderbar! Endlich richtige Kruste rund ums Brot und echter, starker Kaffee. Mein Heimweh nach alt bekanntem Essen ist getilgt. Vlou, George und ich geniessen lange Wanderungen am menschenleeren Strand und in den Dünen, erstaunt über die nasskalte Gischt, die bis zum Mittag über die Küste schwebt. Im Industrieviertel von Swakopmund finden wir einen Mechaniker, der eine Verstärkung unter den Wohnwagenboden schweisst. Der Boden war durch die Schotterpiste beim South Luangwa Nationalpark und verschiedenster unausweichlicher Schlaglöcher auf der „Great Eastern Road“ in Sambia stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Er sollte sich nun soweit halten, sofern wir uns an asphaltierte Strassen halten. Deshalb verzichten wir auf die Küstenroute und fahren nach einigen Tagen Rast an der kühlen Küste zurück ins Landesinnere und dann nach Süden in Richtung Südafrika.

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Author: Marcelle Simone Heller

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